Herbstlieben

 

spaziergang-turnaroundUnerwartet weich, ein unvergleichlicher Geruch: Als Kind war es mein absolutes Highlight bei Herbstspaziergängen in Laubhaufen zu springen – oder mich gleich hinein zu legen. Daran hat sich bis heute nichts geändert – nur, dass man am nächsten Tag von Arbeitskollegen eher komisch angeschaut wird, wenn man sich Blätter aus den Haaren fischt.

Meine zweite große Herbstliebe, ganz knapp nach Laubhaufen, sind Blanket Scarfs – das Accessoire jedes Basic White Girls, das grundsätzlich mit Pumpkin Spice Latte in der Hand anzutreffen ist. Ist es ein Schal? Ein Poncho? Eine Picknickdecke?
Blanket Scarfs gehören wohl zu den Modetrends, die Männer nie verstehen werden. Oder meine Eltern. Aber wer weiß, wann eine Picknickdecke nicht ganz nützlich sein könnte.

Und weil ich zu Kleidern mit Rückenausschnitten genauso wie zu Tequila-Shots selten Nein sagen kann, handelt es sich bei meinem dritten Herbstfavoriten um ein Kleid, das mit seinem Blumenmuster den Sommer noch ein bisschen in den Herbst hineinträgt. Weil, seien wir ehrlich, ein bisschen vermisst man die warmen Tage trotz Kürbissuppe und Kastaniensammeln ja doch.

 

Kleid: Staring at Stars

Blanket Scarf: Only

Kniestrümpfe: Calzedonia

Schuhe: H&M

Tasche: H&M

Für mehr Schwarz/Weiß

Schwarz oder weiß. Himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt. Resting Bitch-face oder Lachkrampf.

Uns wird beigebracht, dass es nicht gut ist, in Extremen zu leben. Dass es viele Schattierungen von Grau gibt und man die Dinge nicht in richtig oder falsch einteilen kann. Und dass man vernünftig übers Jahr verteilt Kleidung dann kauft, wenn man sie benötigt und nicht in einem Shopping-Rausch innerhalb weniger Stunden eine komplett neue Garderobe ersteht.

Aber: Exzess macht Spaß. Wer nicht in einer Großstadt aufgewachsen ist, erinnert sich vielleicht dunkel an die halbjährlichen Shoppingtrips, nach denen man vollbepackt mit tausend Tüten nach Hause zurückgekehrt ist, wo es weder H&M noch Pimkie (das Mekka der 13-jährigen Dorfkinder mit einer unerklärlichen Vorliebe für knallbunte T-Shirts mit fragwürdigen Aufschriften) gab. An die Euphorie, die das ausgelöst hat.

Sich einmal einem Extrem hinzugeben, tut auch jetzt noch gut. Vielleicht nicht dem Geldbeutel oder dem Gewissen, aber bestimmt der Garderobe.

Die Dinge sind nicht immer schwarz und weiß. Aber manchmal ist es ganz schön, wenn sie es sind. Zumindest, wenn es um Kleidung geht.

Strickkleid: Vero Moda

Nietenboots: Zara (nicht aktuell)

Tasche: Zara

Lippenstift: Mac Paramount